Armand Boua Abidjan, Elfenbeinküste, 1978

 

Armand Boua lebt und arbeitet in Abidjan, Elfenbeinküste. Er verarbeitet in seinen Werken das Leben von Straßenkindern, die von der Gewalt und den politischen Kämpfen in Westafrika zeugen. Er will das Leben dieser Kinder auf eine Art und Weise zeigen, die nicht viele Menschen so wahrnehmen. In Abidjan, der wirtschaftlichen Hauptstadt, welche von Urbanisierung und Industrialisierung gezeichnet ist, dokumentiert Armand Boua die Szenen der ivorischen Umgebung mit hoher Sensibilität. Seine Beobachtungen von Kindern stammen größtenteils aus Straßenszenen, in denen durch urbane Migrationen ethnische, sprachliche, kulturelle und soziale Verflechtungen entstanden sind, die gleichermaßen bereichern wie auch Probleme mit sich bringen. Kindesentführung in der Elfenbeinküste bleibt ein ernüchterndes Problem mit den damit verbundenen Mythen über Menschenopfer und anderen Ritualen, welche den Organhandel versorgen, sowie jungen Menschen, die ebenfalls Opfer von Sexhandel, illegalen Adoptionsringen und Plantagenarbeit werden.

 

Die Personen, die Armand Boua für seine Motive nutzt, könnten Opfer solcher Ausbeutung sein oder aber auch Symbole der Hoffnung und der Unschuld. Die Schwere dieser Krise wird durch die Arbeit des auf der Straße arbeitenden Künstlers verdeutlicht. Er gibt die Grausamkeiten des Menschen im täglichen Leben wieder und durch die Malerei und sensible Bilder Gestalt. Nach seinem Studium an der National School of Fine Arts und dem Technical Centre for Applied Arts in Abidjan konzentrierte er sich in seiner Arbeit auf die Probleme junger, flüchtiger Kinder. Er arbeitet dabei mit gefundenen Materialien, die er mit einer persönlichen Signatur versieht und damit Bilder und Szenen in Erinnerung ruft. Er ist bekannt für seine texturierten und geschichteten Kompositionen, bei denen er Teer und Acryl auf alten Kartons verwendet. Jede Ebene wird aufgetragen, dann geschrubbt, bearbeitet und zurückgestrichen, so dass abstrakte Formen übrigbleiben, die sich in und außerhalb des Fokus befinden. Er schafft damit eine Balance zwischen der heftigen und rohen Ausführung und der sanften Behandlung seines Themas.

 

„Ich wollte ihr Leid und ihre Lebensweise zeigen, damit die Mensche sich endlich dieser schmerzlichen Realität bewusst werden, die sie vorgeben, nicht zu sehen."